Betonzisterne Ratgeber

Eine Betonzisterne ist ein unterirdisch installiertes Wasserreservoirs. Sie dienen der Speicherung von Regenwasser für die Versorgung bis zum Schutz vor Hochwasser und dem Rückhalt von Starkniederschlägen. Wenn sich die Bauherren dazu entschieden haben Regenwasser zu nutzen stellt sich als erstes folgende Frage: „Welcher Speicher ist der Richtige für meine Anwendung?“ Folgende Kriterien sollen Ihnen dabei behilflich sein die richtige Entscheidung zu treffen.


Geschichte der Zisternen

Zisterne auf Kreta

Zisterne in den Bergen auf Kreta (ksl – Fotolia.com)

Im griechischen Kulturraum vor 2000 Jahren wurden in Ballungsräumen, dort, wo das natürliche Wasservorkommen nicht mehr ausreichte, die Bevölkerung wachsender Siedlungen zu versorgen, Regenwasserzisternen gebaut. Besonders auf Inseln, wie z.B. auf der Insel Delos hing die Wasserversorgung fast ausschließlich von Zisternen ab. Dies bestanden aus birnenförmig in den Fels gehauenen Speichern. Spezielle Mörtelgemische wurden zur Abdichtung des porösen Gesteins verwendet.

Unterirdisch angelegte Zisternen konnten über Monate das Wasser frisch uns sauber halten. Athen wurde vor dem Bau der Wasserleitungen ab 561 v.Chr. nur von Zisternen mit Wasser versorgt.

Die Römer bekannt für ihr ausgeklügeltes Wasserversorgungsnetz nutzten in kleineren Siedlungen weiterhin Zisternen. Bereits hier versuchte man durch gemauerte Filterwände verschmutztes Wasser zu reinigen. Mehrzellenzisternen wurden mit Mörtelmischungen, die nach speziellen Rezepturen gemischt worden, hergestellt.
Die Römer verwendeten damals bereits Unterwasserbeton, hydraulische Mörtel und Estriche, wie der Baumeister Vitruv in seiner Werkstoffkunde um 20 v.Chr. beschreibt.

 


Die Bestandteile einer Betonzisterne

Sand und Kies

Kies und Sand zur Herstellung von Beton (Jamrooferpix – Fotolia.com)

Betonzisternen bestehen aus den natürlichen Bestandteilen, Zement, Kies und Sand.

Zement ist ein wesentlicher Bestandteil von Beton und kommt als Bindemittel zum Einsatz.

Die wichtigsten Rohstoffe für die Herstellung von Zement sind Kalkstein, Ton und Mergel.

Bei Betonzisternen ist es wichtig, dass diese aus wasserdichtem Beton hergestellt werden. Dies wird zum einen durch Betonzusatzstoffe hergestellt.

Allerdings hat auch die durch das Mischen erziehlte Betonart (tiefer Wasser-Zement Wert), das Beton verdichten oder die Nachbehandlung vom Beton maßgeblich auf die Wasserdichtigkeit Einfluss.

Die Herstellung von Beton, der wasserdicht ist, erfordert daher ein hohes Maß an Kompetenz.

Achten Sie vor dem Kauf auf dieses Qualitätsmerkmal und die Garantien, die vom Hersteller gewährt werden.

 


Lage der Betonzisterne

Baugrube mit Unterteil einer Betonzisterne

Betonzisterne wird sorgfältig in Baugrube eingehoben und ausgerichtet.

Die Lage des Regenspeichers ergibt sich aus der Geländestruktur und dem Platzangebot am Haus.

Die Zisterne sollte möglichst nah am Technikraum liegen, in dem das Regenwasserwerk untergebracht ist. Am günstigsten wäre es, wenn die Entfernung zwischen Regenwasserwerk und Betonzisterne weniger als 15 Meter beträgt.

Die Ansaughöhe sollte dabei sieben Meter nicht überschreiten. Sollte dies unvermeidbar sein, wird eine etwas teurere Systemsteuerung mit Tauchdruckpumpe benötigt um das Regenwasser zu befördern.

Ein weiteres Kriterium für die Lage der Betonzisterne sind die Zu- und Ablaufleitungen sowie die Frage, ob der Überlauf des Regenspeichers in die Kanalisation oder in eine Versickerungsanlage geleitet werden soll. Bei Neubauten wird in der Regel mit dem Bau des Kellers gleichzeitig eine Betonzisterne gesetzt.

Bei der Anfrage sollte ein Plan mitgeliefert werden, aus dem hervorgeht, wo genau die Betonzisterne platziert werden soll. Regenwasserzisternen aus Beton sind sehr stabil und somit langlebig. Sie können auch unter Hofeinfahrten oder unter Garagen eingebaut werden.

 


Betonzisterne aus Schachtringen

Schachtringe als Betonzisterne

Betonzisterne aus Schachtringen mit Steigeisen

Die günstigste Weise, eine Zisterne zu setzen, erfolgt mit Schachtringen.

Aber Betonzisternen aus Schachtringen werden leicht undicht und machen unter Umständen viel Ärger.

Sollten Bäume oder starke Sträucher in der unmittelbaren Umgebung wachsen, kann es zur Durchwurzelung und somit zu Schmutzeintrag in die Zisterne führen.

Weiterhin, sollte sich das Erdreich setzen, bzw seitliche Drücke anliegen (Hanglage) können dadurch Leckagen nach einigen Jahren auftreten.

Beim Einbau muss daher darauf geachtet werden, dass die Betonringe exakt aufeinander liegen und fachgerecht verfugt werden.

Für die Verfugung können Sie auf Zementmörtel mit Dichtmittelzusatz zurückgreifen, Montageschaum verwenden oder Einlegebänder einsetzen.

 


Betonzisterne monolithisch

Betonzisterne monolithisch

Betonzisterne monolithisch beim Einheben in die Baugrube.

Bei einer monolithischen Betonzisterne ist das wasserhaltende Teil aus einem Stück gefertigt. Vorteil: es kann kein Wurzelwerk von Bäumen in Fugen gelangen, was bei Betonzisternen in Ringbauweise häufiger vorkommt. Der monolithische Behälter ist gegen Erdverschiebungen unempfindlich.

Als Abdeckung werden je nach Betonwerk eine Platte mit einem Betonschacht und Deckel oder eine so genannte Konus-Abdeckung aufgesetzt. Das konisch zulaufende Endstück hat den Vorteil, den Druck von Fahrzeugen seitlich abzuleiten.

Beton-Zisternen sind in der Regel befahrbar. Dazu wird ein sogenannter Göbeldeckel mit einer Belastbarkeit von 5t eingesetzt, für die Befahrbarkeit mit LKWs setzt man entsprechend belastbarere Deckel ein.

Neben den zylindrischen Zisternen werden auch viereckige Betonbehälter als Regenwasserspeicher Angeboten, dies ist abhängog vom jeweiligen Betonwerk.
Da Betonzisternen recht schwer sind, ist der Transport ein Kostenfaktor, den man nicht aus den Augen lassen sollte.

Der Kauf einer Betonzisterne ist wirtschaftlicher, wenn der Hersteller nicht weiter als 50 bis 100 km entfernt ist. Bei größeren Entfernungen ist der Transport dieser schweren Teile weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll.


Lieferung der Betonzisterne

Betonzisternenunterteil

Das Unterteil einer Betonzisterne wird in die Baugrube gehoben

Aufgrund des Gewichtes ist für den Einbau von Beton-Zisternen ein Kran notwendig. Für den Einbau sollte daher ein Ort gewählt werden, der für schwere Fahrzeuge zugänglich ist. Das Anlieferfahrzeug verfügt meistens über einen integrierten Kran.

Die Zufahrt sollte mindestens acht Meter breit sein, damit die Stützen des Kranfahrzeugs ausgefahren werden können, um ausreichend Stabilität beim Einheben der Zisterne in die vorbereitete Grube zu haben. Mit größeren Kranfahrzeugen können auch ungünstigere Einbauplätze erreicht werden.

Bei den meisten Anbietern sind die Anlieferung und das Einsetzen in die Baugrube bereits im Preis enthalten. Meistens reicht eine halbe Stunde für das Einsetzen, achten Sie auf das Angebot: oft werden Verzögerungen nachberechnet.

Die Lieferung wird rechtzeitig angekündigt, häufig sind die Fahrer des LKW angewiesen sich telefonisch zusätzlich zu melden. Bitte beachten Sie, dass die Baugrube entsprechend den Anforderungen erstellt wurde und der Fahrweg wie gefordert befahrbar ist um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen.

Die Fahrzeuge haben meist mehrere Absetztermine, sodass die Betonzisterne bei Nichteinhaltung entweder wieder mitgenommen oder neben der Baugrube abgesetzt wird, was weitere Kosten verursacht.


Ausstattung einer Betonzisterne

Zisternenkonus mit integriertem Filtersystem

Zisternenkonus mit integriertem Filtersystem und Überlaufsiphon

Moderne Regenspeicher aus Beton werden in der Regel bereits mit den Öffnungen für die Rohranschlüsse ausgeliefert. Die Durchführungen sind mit Spezialdichtungen ausgestattet, die vor allem das Eindringen von Wasser von außen verhindern sollen, damit das Wasser im Regenwasserspeicher nicht verschmutzen kann und die KG Rohre einfach angeschlossen werden können.
Betonbehälter bis ca. fünf Kubikmeter Fassungsinhalt werden meistens mit fertig aufgemörteltem Konus ausgeliefert, oft auch schon mit der kompletten Verrohrung und Filtertechnik. Bei Behältern, die größer als 5 Kubikmeter sind, mörtelt man den Konus vor Ort auf den Behälter. Brunnenschaum wird auch gerne verwendet.Bei der Auswahl des Filtersystems sollte unbedingt auf die Einhaltung der 4 Reinigungsstufen (Zisternenfilter, beruhigter Zulauf, Überlaufsiphon und schwimmende Ansaugarmatur) geachtet werden um anschließend sauberes und geruchsneutrales Regenwasser zu nutzen.

Wichtig ist auch die Abdeckung, welche begehbar, PKW-befahrbar oder sogar LKW-befahrbar erhältlich ist. Neben der Belastbarkeit sollte auch bedacht werden, dass Betondeckel sehr schwer sind. Wurde eine Zisterne mit integriertem Filter gewählt, so muss dieser schwere Deckel zur Wartung geöffnet werden. Daher bieten einige Hersteller begehbare Deckel aus Kunststoff an, was die Wartung erheblich erleichtert, oder man nutzt einen vor der Zisterne installierten Erdfilter, der separat gewartet werden kann.


Betonzisterne Qualität

Materialprüfung an Betonkern

Betonkern für Materialprüfungen (bannafarsai – Fotolia.com)

Die Zisternenwände sollten ganz glatt sein. Je sorgsamer eine Beton-Zisterne hergestellt wird, desto glatter die Wände und umso dichter ist auch die Zisterne. Es ist schon vorgekommen, dass bei Billigzisternen das Wasser über die Poren austritt, was nach der Installation schwierig nachzuweisen ist.  Die höchste Stabilität wird durch Stahlbeton (Güte > B45) erreicht mit entsprechend starker Wandung (8 -11 cm).  Ebenso verhindern glatte Wände die Ablagerung von Schmutz an der Zisternenwand.

Die Betonzisterne sollte über ausreichende Anschlussmöglichkeiten verfügen. Es ist äußerst mühsam und kostet viel Zeit nachträglich Öffnungen durch die bis zu zehn Zentimeter dicke Behälterwand anzubringen. Die Dichtungen sollten mit im Lieferumfang enthalten, da es nicht so einfach ist einzelne Dichtungen nachzukaufen. Dazu kommt, dass diese Dichtungen vergleichsweise teuer sind. Regenwasserzisternen aus Beton sind sehr stabil und somit langlebig. Sie können auch unter Hofeinfahrten oder unter Garagen eingebaut werden, also an Stellen, die hohen Belastungen ausgesetzt sind. Auch die Höhe der Überdeckung kann beliebig gewählt werden. Es muss kein spezielles Füllmaterial verwendet werden, ein Teil des Aushubs kann wieder verwendet und muss nicht abgefahren werden. Bei einer monolithischen Zisterne kann kein Leck auftreten, da diese aus einem Guss hergestellt wird. Aufgrund dieses Vorteils haben die meisten Anbieter inzwischen fast ausschließlich monolithische Zisternen im Angebot. Die Mindestnutzungsdauer von Stahlbeton beträgt nach DIN 50 Jahre.


Bauvorschriften für Betonzisternen

Bauplan mit Zisterne

Bauplan mit Zisterne

Prüfen Sie die Bauvorschriften bzw. die Hinweise Ihrer Gemeinde. Einige Kommunen fördern die Regenwassernutzung, bzw. erheben Niederschlagswassergebühren, die Sie mit einer Regenwassernutzungsanlage mit  anschließender Versickerung erheblich senken können.

Ebenso kann eine Gemeinde Retentionszisternen fördern. Retentionszisternen dienen dem Rückhalt von Starkregenereignissen. Sie entlasten die Kanalisation indem sie als Zwischenspeicher dienen und über eine Retentionsdrossel  das gesammelte Regenwasser in kleinen Mengen in die Kanalisation leiten. Hier kann mit wenig Investment zusätzlich eine Regenwassernutzungsanlage realisiert werden.

Bei Gemeinden, die eine Versiegelungsgebühr verlangen, ist eine Regenwassernutzungsanlage (WC, Waschmaschine und Gartennutzung) mit anschließender Versickerung die erste Wahl. Für den Bau einer Regenwassernutzungsanlage ist kein Bauantrag erforderlich. Bei den Einbauarbeiten sollten Sie aber die allgemeinen technischen Regeln und DIN-Normen beachten. Hier sind auch die Einbauanleitungen der Hersteller sehr hilfreich, die sie schon vor dem Kauf per Download von den Internetseiten der Hersteller beziehen können. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Bauteile alle der DIN 1989 oder DIN1717 entsprechen.


Tipps zu Betonzisternen

Betonzisterne mit Installation

Betonzisterne mit Haus- und Gartentechnik

Zur Planung gehören die Aufnahme der Höhen und ein maßstabgerechter Plan, in dem der Technikraum und der Platz des Regenspeichers dokumentiert sind.

Beim Neubau legen Sie die Entnahmestellen fest und zeichnen die Betriebswasserleitungen in den Plan ein. Sind sie sich noch nicht sicher, ob die Waschmaschine mit Regenwasser betrieben werden soll?

Planen sie einfach dort einen Anschluss mit Trinkwasser sowie einen Anschluss mit Betriebswasser ein. Und dort, wo die Systemsteuerung, also die Steuerung der Regenwasseranlage, angebracht werden soll, muss ein Trinkwasseranschluss für die Nachspeisung eingeplant werden.

Wenn Sie ihren Garten automatisch mit Regenwasser bewässern wollen muss der Installateur darauf achten, dass der Querschnitt der Leitung ausreichend dimensioniert ist, damit ihre Bewässerungsanlage auch funktioniert, wenn sie über Trinkwasser betrieben werden muss. Es muss so viel Wasser nachfließen können, wie verbraucht wird.

 


Vorteile der Betonzisterne

Betonzisternen sind aufgrund ihrer Stabilität grundsätzlich befahrbar. Sie eignen sich besonders zum Einbau unter Hofflächen und Einfahrten. Je nach Deckelkonstruktion kann eine Zisterne begehbar, PKW- oder LKW-befahrbar sein. Bei hohen Grundwasserständen ist die Betonzisterne mit ihrem Eigengewicht deutlich dem Kunststofftank überlegen. Beim Einbau muss eine Betonzisterne nicht wie der Kunststofftank mit Sand oder Kies umhüllt werden, sondern mit dem Aushub der Baugrube. Das Verdichten des Füllmaterials mit einer Rüttelplatte oder Verdichter kann bei der Betonzisterne im Gegensatz zu Kunststofftanks erfolgen.

Weiterhin muss eine Betonzisterne nicht wie bei vielen Modellen aus Kunststoff vorab mit Wasser befüllt werden um das umliegende Erdreich (meist von Hand) zu verdichten. Letztendlich ist eine Betonzisterne bei Vollkostenrechnung günstiger. Ein großes Plus ist auch ihr Gewicht, wenn ein hoher Grundwasserstand vorliegt .Bei schwierigen Verhältnissen werden Sondermodelle mit einer Auftriebssicherung angeboten. Diese besteht in der Regel aus einem Boden mit einem größeren Durchmesser  als die eigentliche Zisterne. Das Füllmaterial liegt dann auf diesem überstehenden Rand auf und die Zisterne kann nicht aufgetrieben werden.


Falls Sie weitere Anregungen, Tipps oder Informationen zur Vervollständigung dieser Seite haben, senden Sie uns einfach eine E-Mail.

abladen der Betonzisternen

Verfasser: Dipl.-Ing.agr. Anja Schumann / Leipheim